Guten Morgen liebe Sorgen. Seid ihr auch schon alle da?
Kälte, Sturm und Wolkenbruch, pünktlich, ist doch klar!
Nele brachte mich zum Bäcker. Dort vertrieb ich mir die ersten Morgenstunden und versuchte wach zu werden. Bei der Suppe da draußen war das nicht gerade einfach. Mein Gesicht war aufgequollen, die Augen dick. Die Füße fühlten sich nicht wohl in ihrer zweiten Haut. Meine Klamotten konnten dringend eine Wäsche vertragen. Ich wahrscheinlich auch. Und dazu sehnte ich mich inständig nach 1x2m kuschligem Schaumstoff. Vorzugsweise mit Decke oder Schlafsack. Doch die schauderhaften Geschichten der Bäckersfrau, die von Mord und Totschlag in der gegenüberliegenden kleinen Bahnhofskneipe vom letzten Wochenende erzählte, rüttelten mich augenblicklich wach. Plötzlich verspürte ich den Drang mich auf die Socken zu machen, obgleich der Himmel immer dunkler wurde.
Die Verkäuferin packte mir noch ein paar Schmankerl zusammen und fragte mich, wohin es mich denn heute bei diesem Sauwetter verschlagen würde. Sie war sehr interessiert was ich so zu erzählen hatte. Vielleicht würde ich wenigstens für die nächsten 2 Stunden das Gesprächsthema am Tresen füllen und im Klatsch und Tratsch der kleinen Filiale vorkommen. In jedem Fall wäre meine Geschichte doch besser als die Schaudergeschichten von Messerstechereien und mörderischen Taten, die ich mir heute Morgen anhören musste.
Gegen Mittag verzog ich mich in eine Bäckerei in einem großen Einkaufszentrum. Hauptsache warm und trocken - das war alles, was ich wollte. Doch ich wusste nicht, dass heute "Frauentag" war. Die gesamte Sitzecke der Bäckerei war besiedelt von Singlefrauen, die sich gegenseitig ihr Leid klagten, über das männliche Geschlecht lästerten, körperliche Probleme aus dem Alterungsprozess diskutierten und sich gegenseitig verständnisvoll die Schulter tätschelten. Dabei fiel gelegentlich ein Klumpen Schminke in die mit Lippenstift verschmierte Kaffeetasse. An eine entspannte Mittagspause war ab nun nicht mehr zu denken. Der Boden klebte voll von Selbstmitleid, Gefühlsheuchelei und schlechtem, überdosiertem Parfüm. Die Damen schaukelten sich in ihrem Geschnatter bis an die Schmerzgrenze. Schließlich gesellte sich ein sehr alter Herr schweigend an meinen Tisch, lutsche das Stück Käsekuchen mit einem Teelöffel von seinem Teller und schien den Tinnitus um uns herum gar nicht wahrzunehmen. Beneidenswert. Lag es nun daran, dass er ein Mann war oder trug sein Alter dazu bei?
Erstaunlicherweise zog es mich trotz des Schmuddelwetters dort draußen zurück an die frische, klare, reine Luft und so stiefelte ich entschlossen weiter.
Wie auch gestern schon war ich deutlich zu früh dran und verordnete mir selbst ein Überholverbot; ich versuchte die Schnecken, die ich auf dem Weg traf, möglichst nicht zu überholen, um Zeit zu schinden, denn meine Gastgeberin Lisa würde erst ab 17 Uhr zu Hause sein.
Am Geländer eines Tierparks legte ich eine weitere Pause ein und starrte die Tiere an. Ich lauschte dem Gemecker der Ziegen. Mensch, wie viel Gemecker ich heute schon gehört hatte. Doch dieses hier gefiel mir um Klassen besser! Ich verstand zwar kein Wort des ziegischen Rumorens, aber das Vieh sah beim Vollblutmeckern wenigstens happy aus! Vielleicht erzählte sie ihren Kumpels gerade von ihren Wochenendplänen? Vielleicht hat sie ja auch im Lotto gewonnen? So klang es zumindest.
Kälte, Sturm und Wolkenbruch, pünktlich, ist doch klar!
Nele brachte mich zum Bäcker. Dort vertrieb ich mir die ersten Morgenstunden und versuchte wach zu werden. Bei der Suppe da draußen war das nicht gerade einfach. Mein Gesicht war aufgequollen, die Augen dick. Die Füße fühlten sich nicht wohl in ihrer zweiten Haut. Meine Klamotten konnten dringend eine Wäsche vertragen. Ich wahrscheinlich auch. Und dazu sehnte ich mich inständig nach 1x2m kuschligem Schaumstoff. Vorzugsweise mit Decke oder Schlafsack. Doch die schauderhaften Geschichten der Bäckersfrau, die von Mord und Totschlag in der gegenüberliegenden kleinen Bahnhofskneipe vom letzten Wochenende erzählte, rüttelten mich augenblicklich wach. Plötzlich verspürte ich den Drang mich auf die Socken zu machen, obgleich der Himmel immer dunkler wurde.
Die Verkäuferin packte mir noch ein paar Schmankerl zusammen und fragte mich, wohin es mich denn heute bei diesem Sauwetter verschlagen würde. Sie war sehr interessiert was ich so zu erzählen hatte. Vielleicht würde ich wenigstens für die nächsten 2 Stunden das Gesprächsthema am Tresen füllen und im Klatsch und Tratsch der kleinen Filiale vorkommen. In jedem Fall wäre meine Geschichte doch besser als die Schaudergeschichten von Messerstechereien und mörderischen Taten, die ich mir heute Morgen anhören musste.
Gegen Mittag verzog ich mich in eine Bäckerei in einem großen Einkaufszentrum. Hauptsache warm und trocken - das war alles, was ich wollte. Doch ich wusste nicht, dass heute "Frauentag" war. Die gesamte Sitzecke der Bäckerei war besiedelt von Singlefrauen, die sich gegenseitig ihr Leid klagten, über das männliche Geschlecht lästerten, körperliche Probleme aus dem Alterungsprozess diskutierten und sich gegenseitig verständnisvoll die Schulter tätschelten. Dabei fiel gelegentlich ein Klumpen Schminke in die mit Lippenstift verschmierte Kaffeetasse. An eine entspannte Mittagspause war ab nun nicht mehr zu denken. Der Boden klebte voll von Selbstmitleid, Gefühlsheuchelei und schlechtem, überdosiertem Parfüm. Die Damen schaukelten sich in ihrem Geschnatter bis an die Schmerzgrenze. Schließlich gesellte sich ein sehr alter Herr schweigend an meinen Tisch, lutsche das Stück Käsekuchen mit einem Teelöffel von seinem Teller und schien den Tinnitus um uns herum gar nicht wahrzunehmen. Beneidenswert. Lag es nun daran, dass er ein Mann war oder trug sein Alter dazu bei?
Erstaunlicherweise zog es mich trotz des Schmuddelwetters dort draußen zurück an die frische, klare, reine Luft und so stiefelte ich entschlossen weiter.
Wie auch gestern schon war ich deutlich zu früh dran und verordnete mir selbst ein Überholverbot; ich versuchte die Schnecken, die ich auf dem Weg traf, möglichst nicht zu überholen, um Zeit zu schinden, denn meine Gastgeberin Lisa würde erst ab 17 Uhr zu Hause sein.
Am Geländer eines Tierparks legte ich eine weitere Pause ein und starrte die Tiere an. Ich lauschte dem Gemecker der Ziegen. Mensch, wie viel Gemecker ich heute schon gehört hatte. Doch dieses hier gefiel mir um Klassen besser! Ich verstand zwar kein Wort des ziegischen Rumorens, aber das Vieh sah beim Vollblutmeckern wenigstens happy aus! Vielleicht erzählte sie ihren Kumpels gerade von ihren Wochenendplänen? Vielleicht hat sie ja auch im Lotto gewonnen? So klang es zumindest.
Das Ziel kam in Reichweite und wie gerufen brach die Wolkendecke auf; ein paar wohltuende Sonnenstrahlen fielen vom Himmel und landeten direkt in meinem kalten Gesicht, das von der ungewohnten Wärme anfing zu bitzeln. Mit einem milden Lächeln und geschlossenen Augen stand ich eine Weile da und saugte das Vitamin D förmlich durch alle Poren auf. Jetzt verstehe ich auch, warum man Sonne "tanken" kann.
Kreuz und quer durch die Stadt lief ich und genoss das innere Blumenpflücken, als ich mich an den kleinsten Dingen erfreute. Was ein bisschen Licht, Luft und Sonne doch ausmachen können. Und dann stand ich vor einem großen Haus. Allerdings war ich nicht alleine. Vor mir standen 3 weitere Personen, die die Klingel blockierten und darauf warteten, das ihnen jemand die Tür öffnen würde. Als nichts geschah, mogelte ich mich vor und suchte Lisas Klingelschild, bimmelte und wartete ab. Na also, die Tür summte, ich drückte ihr entgegen und befand mich sogleich in dem riesigen Treppenhaus, das nach oben schier kein Ende fand. Wie gut, dass sich für mich bereits im zweiten Stock eine Tür öffnete und ein junges Mädel breitgrinsend in der Tür stand. "Meine Güte, du hast ja vielleicht einen riesigen Rucksack dabei!", begrüßte mich Lisa freudestrahlend. "Komm rein, komm, komm!" Sie nahm mir all mein Gepäck ab, verstaute Snowboard-Klamotten und Wanderschuhe auf dem Balkon, verfrachtete mich auf einen Stuhl in der Küche, reichte mir ein heißes Getränk und wartete gespannt, was ich zu erzählen hatte. Sie fand die Idee weltklasse und gleichermaßen verrückt. Auch sie war schon ziemlich viel herumgekommen und liebte das Unterwegssein.
In der Studenten-WG war heute einiges los. Eine von Lisas Mitbewohnerin war mit ihrem Auszug beschäftigt. Sie würde für ein halbes Jahr nach London gehen. Na, da hatte ich mir ja eine absolute Weltenbummler-WG ausgesucht! Auch Lisa würde im Sommer für ein Semester nach Chile abhauen und saß bereits jetzt schon auf heißen Kohlen. Umso hibbeliger wird man ja, wenn man jetzt schon darüber spricht, obgleich es noch ein wenig hin ist. Aber bevor man sich versieht, sitzt man schon im Flieger oder eben wie ich auf einer Couch bei Menschen, die man gerade erst kennengelernt hat. Zeit ist schon ein sonderbares Maß!
Bald fielen uns unsere Mägen ins Wort und wir beschlossen schnell etwas einkaufen zu gehen. Zum Abendessen gab es eine kräftige Gemüsesuppe. Das stärke, wärmte von Innen auf und zauberte rote Bäckchen.
Am Abend zogen wir der Couch doch noch eine Runde Radfahren vor und so zeigte mir Lisa ihre derzeitige Heimatstadt Karlsruhe bei Nacht. Die Radtour entpuppte sich als regelrechte Stadtrundfahrt mit Besichtigung des berühmten Schlosses, seiner in fächerform ausgestreckten Straßen, erfüllt vom Klang eines Straßenmusikers, der uns für kurze Zeit unser Gehör stahl und beendeten den Tag bei einem Radler aus dem Automaten auf einer Biergartenbank des Unigeländes, umgeben von bunten Lichterketten, der beleuchteten Uni-Bibliothek, in dem einige fleißige Studenten noch immer über ihren Büchern hingen und paukten, und anderen Gleichgesinnten, die den Tag bei Bier und Gesprächen ausklingen ließen. Beim vielen Quasseln merkten wir gar nicht, wie kalt es geworden war, doch die immer dichter werdende, aufsteigende Atemluft verriet uns, dass das Thermometer allmählich bereits blaue Zahlen schrieb. Also nichts wie nach Hause!
Lisa hat nur ein recht kleines Zimmer, doch das bollerten wir auf Saunatemperatur, nicht zuletzt aus dem Grund, dass meine gewaschene Wäsche bis morgen trocknen musste. Mal gespannt ob das klappt. Wir kuschelten uns in ihr 1,40m großes Bett und es dauerte nicht lange, bis ich ins Happyland abgetaucht war.
Impressionen:
Kilometerstand: 587km






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