07:00 Uhr, der Wecker klingelt. Ernsthaft? Ich hatte gerade soo gut geschlafen!
Unten in der Küche war schon was los. Simeon und seine Freundin würden heute auf dem Feldberg Skifahren gehen. Ich hingegen dachte mit Schrecken an die 36km und damit die bisher längste Etappe auf diesem Trip. Wir alle mussten uns für den Tag stärken, also frühstückten wir ausgelassen, quatschten noch ein wenig, dann aber war es an der Zeit den Hintern zu erheben und sich nach draußen zu quälen! Noch schnell 2 Bananen und einen Vorrat an Capri Sonne, dann war ich bereit loszumarschieren!
Ich schaffte es gerade einmal in die nächste Straße und schon gab mein Handy den Geist auf. So war das eigentlich nicht geplant. Ich verstehe ja, dass ihm kalt war, aber hey, das war es mir auch! Kein guter Teamplayer! Zum Glück hatte ich eine Power Bank dabei und so konnte ich den Defekt zeitweise umgehen.
Als es aber in den Wald geht, verlor ich auch den Empfang und damit die Orientierung. Ab dem Zeitpunkt war ich gezwungen auf gut Glück weiterzulaufen, was natürlich derbe in die Hose ging. An einer Gabelung führte der Weg plötzlich in zwei Richtungen, die mich auf keinen Fall ans Ziel bringen würden, also lief ich querwärts in den Wald hinein. Zugegeben war das nicht sonderlich schlau. Das machte sich spätestens dann bemerkbar, als sich vor mir ein Abhang auftat, der sich unüberbrückbar vor meinen Füßen ausbreitete. Da muss ich runter? Irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl beim Blick nach unten. Mit gebeugten Knien tastete ich mich Stück für Stück nach unten, griff nach jedem Baumstamm, nach jedem Zweig oder Strauch, der mir Halt geben könnte. Mit jedem Meter zwang es mich tiefer in die Knie. Das Ende vom Lied war, dass ich auf dem Po herumrutschte und die letzten 2 Meter, die es ohne Gnade einfach senkrecht bergab ging, mit einem "Sprung" bewältigten musste.
Ich sah aus, als hätte mich jemand wie eine Rolle Sushi in Sojasoße herumgerollt. Gott sei Dank haben mich die Forstarbeiter, die nur wenige Meter weiter gerade Mittagspause hielten, bei der Nummer nicht gesehen. Das hätte bestimmt einen saftigen Anpfiff gegeben.
Zumindest der darauf folgende Wegabschnitt brachte keine neuen Überraschungen, bloß zog er sich ziemlich, sodass ich Offenburg gerade erreichte, als die Sonne am Horizont verschwand. Aus welchem Grund auch immer fühlte ich mich in Offenburg sehr wohl, auch wenn es nicht lange war, dass wir das Vergnügen miteinander hatten.
Am Rathaus traf ich mich mit Liesa, die mich abholte und zu ihrer Wohnung in Ortenberg brachte. Im großen Wohnzimmer mit Balkon und Blick aufs Schloss lasse ich mich nieder. Na da hätte ich es aber wirklich viel, viel schlimmer treffen können! Auf der Couchlandschaft ruhte ich meine schweren Beine aus und unterhielt mich mit meiner Gastgeberin. Es war erstaunlich, wie viele gleiche Ansichten wir hatten und machte mächtig Spaß sich über bestimmte Dinge auszulassen. Gegen 23 Uhr musste ich leider passen und verabschiedete mich ins ferne Land der Träume.
Impressionen:
Kilometerstand: 509km





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