Gut erholt und ausgeschlafen schafften wir uns am späteren Morgen aus den warmen, bequemen Federn, um mit Elise zu frühstücken. Eine Variation aus selbstgemachter Marmelade und Müsli, Brötchen, Tee und türkischem Kaffee zierten den Frühstückstisch. Schon wieder allerhöchstes Verwöhnprogramm! Und das kosteten wir selbstverständlich vollstens aus.
Bestens gestärkt und voller Power wagten wir uns in den heutigen Kampf nach Engen! Richtig frühsportmäßig startete die Etappe mit einem Berg (hier zu Lande nennt man diese Anhöhe eher einen Hügel...), der uns mit seinen rutschigen Eispfützen zu so früher Stunde schon einiges abverlangte. Dafür lies sich die Sonne heute ziemlich oft blicken. Die gesamte Strecke führte durch einige kleine Ortschaften, entlang zahlreicher quirliger Bäche und Flüsse, Bäckereien, vorbei an lustigen Kreaturen, die unverständliche Laute von sich gaben, Bäckereien, durch ewige Wälder, Acker und Felder, und Bäckereien.
Unsere Hosts würden ohnehin erst gegen 17 Uhr zu Hause sein und die Etappe war nicht sonderlich lang, somit konnten wir uns einige Zwischenstopps zum Zeitschinden erlauben. Übrigens: Backfrisches Kartoffelbrot ist der absolute Shit, wenn man das mal so plump sagen darf!
Die Wegbedingungen wurden mit der Zeit immer abenteuerlicher. Im Wald wurde uns der Durchgang auf Grund von Forstarbeiten versperrt, also mussten wir alternativ einmal wieder querwärts durch Gestrüpp, Schlammbäder und Laubpfade und wurden sogar zu einer Runde Baumstamm-Mikado aufgefordert. Elegant wie zwei blinde Elefanten mit gebrochenen Beinen im Glashaus absolvierten wir den Parcours und freuten uns übermäßig, als wir wieder auf befestigtem Boden standen.
Zu guter Letzt wurden wir doch noch einer finalen körperlichen Herausforderung ausgesetzt und mussten den Berg zu unserer Couch bezwingen. Schnaubend und hechelnd erreichten wir die Wohnung von Ricarda und Jörg.
Ricarda kam gerade von der Arbeit, perfect timing! Nach dem ersten Kennenlernen und Quartier beziehen kam auch Jörg nach Hause. Abends wurde zusammen gekocht, eine ordentliche Portion Nudeln, Salat und zur Krönung gab es frische Waffeln. Ich hätte gerne unsere beiden Gesichter gesehen, während wir alles in uns hineinschlungen, als gäbe es kein Morgen mehr! So hungrig waren wir.
Es stellte sich heraus, dass die Beiden im letzten Jahr auch in Spanien pilgern waren, allerdings hatten sie sich für den Camino Norte an der Küste Spaniens entschieden. Etwas neidisch wurden wir bei Sichtung der Fotos ha schon!
Impressionen:
Kilometerstand: 364,85km





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