Montag, 8. Februar 2016

Die 2 von der Sparkasse

Als der Wecker klingelte, dauerte es eine kleine Weile bis ich realisiert hatte, wo ich bin. Achja. Der Bauwagen. Kißlegg. Die Sonne strömte durch das kleine Fenster. Draußen hörten wir die Pferde. Zunächst kuschelten wir uns noch ein wenig ins Bett, frühstückten und verließen schweren Herzens die kleine Kuscheloase.
Und Tschüss!

Auch wenn die Sonne hin und wieder schien, der laue Wind war bitterkalt und ließ unsere Gesichter umgehend einfrieren. Man konnte gespannt sein, ob der Wetterbericht dieses Mal Recht behalten würde, denn es sollte stürmisch werden. Einige Rosenmontagsumzüge wurden abgesagt. Bisher konnte man unseren Wettervorhersagen jedoch keinen Glauben schenken, denn seit Anbeginn unserer Reise war für fast jeden einzelnen Tag starker Regen gemeldet. Meist aber waren es wenn überhaupt kleine Schauer oder bloß Wolken, die dort oben einfach nur herumhingen und sich gar nicht für uns interessierten. Genau einen Tag mit wirklich heftigem Regen konnten wir bestätigen. Na, warten wir es mal ab...

Wie auch die Tage zuvor liefen wir die meiste Zeit durch Wälder, über Wiesen, Felder und kleine Ortschaften, in denen sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Noch immer hatten wir die sagenhafte Aussicht auf die Berge zu unserer Linken, die uns gleichzeitig als Orientierung diente.



Aus irgendeinem Grund hatten wir ein Spitzentempo drauf und kamen viel eher in Ravensburg an, als wir geplant hatten.



woah!!!! Ravensburg!!!!

Sogar so früh, dass wir der feierwütigen Fast- ahm... Faschingsgesellschaft direkt in die Arme liefen. Wilde, durstige Affen, Polizisten mit Muskelpolstern und Kinderwaffen, Cowboys ohne Cow und Teenies in viel zu kurzen Röckchen stolperten uns grölend entgegen und zogen einen mockigen Geruch hinter sich her. Nachdem wir die rund 197 Treppenstufen bergab in die Stadt besiegt hatten, versuchten wir dem Feierpulk und den potentiellen Schnapsleichen, die uns mit einem einzigen kräftigen Anhauchen mit Leichtigkeit zwangsalkoholisiert hätten können, zu entkommen und schlängelten uns labyrinthartig durch die kleinen Seitengassen, die beißend nach Urin rochen.
Unser Host Steffen war noch auf der Arbeit und so suchten wir nach einem warmen Plätzchen, an dem wir verweilen konnten, bis er nach Hause kommen würde. Zu allem Überfluss waren alle umliegenden Geschäfte und Cafés wegen des Faschingstreibens am heutigen Rosenmontag geschlossen. Suuuper. Dann musste wohl die Bushaltestelle herhalten. Doch auch dort in dem überdachten Glaskasten hielt es uns nicht lange, denn es war schlicht und einfach zu kalt und zu windig, wenngleich man noch lange nicht von Sturmböen sprechen konnte. Soviel zur Glaubwürdigkeit des Wetterberichtes. Außerdem war Danilo schwerstens vom Heuschnupfen geplagt. Und das ist kein Witz, hier fliegen die Pollen wie das Konfetti des Rosenmontagszuges durch die Luft.

Ein wenig verzweifelt stürmten wir die naheliegende Sparkasse und bezogen dort vorübergehend Quartier um uns vor Kälte und Pollen zu schützen. Während hier der "normale" Betrieb neben uns fortlief, der Geldautomat einen Schein nach dem anderen ausspuckte, saßen wir durchgefroren auf dem Boden, unsere Backpacks dicht neben uns, um den Weg nicht zu versperren, und warteten, bis die Uhr endlich 17:30 Uhr anzeigte. Aufbruch!

Schon vor der Tür liefen wir Steffen förmlich in die Arme und folgten ihm in seine Wohnung. In dem großen Wohnzimmer ließen wir uns in die großen Polster der Couchlandschaft sinken, die weitaus bequemer waren als der harte, eisige Fliesenboden der Sparkasse. Bald kam auch Steffens Freundin Stephie nach Hause und schloss sich der gemütlichen Runde an. Doch bevor wir es uns zu bequem machten, sprangen wir fix unter die heiße, wiederbelebende Dusche. Auch den beiden zur Liebe.

Wieder relativ fit fingen wir zu viert an das Abendessen in der kleinen Küche zuzubereiten: Es gab Pizzzzaaa! Jawoll! Dabei unterhielten wir uns viel übers Reisen, wie immer eben. Auch Steffen ist schon viel herumgekommen, was auch die Bilder im Wohnzimmer bewiesen. Bald steht bei den beiden ein Trip nach Costa Rica auf dem Plan; sehr beneidenswert!

Nach Pizza und bestem Radler vom Bodensee fielen wir bald in ein tiefes Loch und schafften es gerade noch so in Reichweite der Couch zu kommen, um dort wie 2 nasse Säcke umzufallen und bis zum nächsten Morgen keinen Muskel mehr zu zücken.

Kilometerstand: 285,59km

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