Nach diesem Rauswurf begaben wir uns an den Busbahnhof und warteten auf die Abfahrt. Die Busfahrt zog sich, nach einer gefühlten 3-tägigen Reise durch Wind, Wetter und Walachei erreichten wir Passau. 8 Grad, Regen. Das graue Wetter war aber natürlich in Nullkommanix vergessen, als Elena um die Ecke gedüst kam! Reunion nach knapp einem Jahr! Die Travelmates wiedervereint. Sie führte uns durch das heute so verregnete, kalte Passau, zeigte uns den beeindruckenden Dom und wir bekamen anschließend den sagenhaften Blick bei Nacht auf die Burg zu Burghausen - übrigens die längste Burg der Welt - ein Wahnsinnsteil! Danach ging es nach Hause und zack war auch schon der nächste Morgen angebrochen. Wir wurden bedient wie die Könige und traten die erste Tagestour ausgeschlafen, mit vollem Bauch und Lunchpaket an.

Gerade waren wir aus der Tür getreten, da schien uns die Sonne ins Gesicht. Wenn das mal keine Motivation weckte! Zu Anfang gab es, wie hätte es auch anders sein können, ein paar Koordinationsschwierigkeiten. Wie 2 Betrunkene liefen wir im Zickzack durch die Straßen, bis wir endlich den Dreh raus hatten, wo es lang ging.
Die Leute, die wir auf dem Weg trafen, waren überaus freundlich, eventuell etwas verdutzt und fragten stets, wohin wir denn laufen. Einer, der mitten auf der Schnellstraße anhielt, wollte uns sogar im Auto mitnehmen - ein verlockendes Angebot...aber...nein! Als wir ihm entgegneten, wie weit der Fußmarsch uns noch führen würde, fror sein Lächeln ein. "Die sind doch komplett behämmert!", konnten wir in seinem Gesicht ablesen.

Kurz bevor unsere Kräfte schwanden, fanden wir in einem 200-Seelendorf den ersten Supermarkt auf der ganzen Strecke. Zwar winzig und kompakt, aber es gab Wasser, eine Wursttheke und Semmel! Gib dem Kind 'ne Fleischwurst und ein Brötchen und die Welt ist wieder in Ordnung! So war es schon immer. Das nette ältere Pärchen im Laden war so fasziniert von uns, dass sie uns sogar eine Tube Senf dazu schenkte. Wir haben zwar kein Wort verstanden von dem was sie sagten, unsere Ohren scheinen auf den bayrischen Dialekt einfach nicht geschult zu sein, aber ihre Gesten waren eindeutig. Vor dem Laden wurde geschmaust, mei waren wir plötzlich wieder energiegeladen!


Danilo brachte die restliche Tube Senf zurück an die Theke und die Beiden Waren so entzückt, dass sie ihm noch eine Schokolade schenkten - zu süß! :D Aber ich verfalle schon wieder in die Rolle nur übers Essen zu reden!
Jetzt hatten wir noch 6 km zu bewältigen, die uns durch den tiefsten Wald, den dicksten Matschpfad, vorbei an zugefrorenen Wasserpfützen, dem bösen Wolf und Rotkäppchens Großmutter und zum Schluss über die zahlreichen, ich möchte mal sagen "interessant" riechenden Rapsfelder führten; und dann aber war es geschafft!





Wir kehrten bei Elke & Martin und ihrer kleinen, süßen Tochter ein. Kaum waren wir drinnen, wurden wir schon herzlichst umsorgt. Zum Abendessen gab es eine wärmende Linsensuppe, Wein und außergewöhnliche Geschichten aus aller Welt. Die Beiden haben glaube ich schon mehr Länder bereist, als unsere Erde überhaupt zu bieten hat und wahrscheinlich hier und dort ein paar neue Inseln entdeckt. Während wir zuhörten, konstruierten sich in unseren Köpfen bereits tausende neue Ziele, die wir bereisen wollten! Wirklich faszinierend und Hut ab! Obendrein hat Danilo eine neue kleine Spielgefährtin gefunden!
Nun liegen wir hier, in unserem eigenen Schlafzimmer, geduscht und eingekuschelt und können unser Glück kaum fassen! Für heute ist Feierabend und wir lassen unsere müden Füße und die ersten fetten Blasen ruhen.
Die ersten 30km haben wir geschafft
